Die 3W Power S.A. ist die Holdinggesellschaft der AEG Power Solutions B.V.. Laut eigenen Angaben gehört die 3W Power S.A. zu den weltweit führenden Entwicklern von Lösungen für die industrielle Stromversorgung und erneuerbare Energieanwendungen. Das Unternehmen hat im Dezember 2010 eine Inhaberschuldverschreibung (Coupon 9,25 Prozent) im Gesamtvolumen von rund 100 Millionen Euro emittiert. Im November 2013 meldete die 3W Power S.A. einen massiven Liquiditätsengpass.



Nachdem die Gesellschaft zunächst zum Jahresende 2013 die Anleihegläubiger um einen Zinsaufschub bitten wollte, hatte sich die Gesellschaft dann doch für die Zinszahlung an die Anleihegläubigerversammlung entschieden und gleichzeitig angekündigt an einem Restrukturierungskonzept zu arbeiten. 



Die 3W Power S.A. hatte die Anleihegläubiger für den 9. April  zu einer neuen Anleihegläubigerversammlung eingeladen, um über den nunmehr erarbeiteten Restrukturierungsplan abzustimmen. Auf dieser 1. Anleihegläubigerversammlung konnte das vom Gesetz vorgesehene erforderliche Quorum von 50 Prozent, welches zur Beschlussfähigkeit der Anleihegläubigerversammlung notwendig gewesen wäre, noch nicht erreicht werden. Von dem ausstehenden Anleihekapital von nominal 100 Millionen Euro waren lediglich 27,41 Millionen Euro vertreten. 



Die Gesellschaft wird daher kurzfristig zu einer 2. Anleihegläubigerversammlung einladen. Auf dem nächsten Termin, anvisiert ist der 5. Mai, würde dann bereits eine Präsenz von 25 Prozent des Anleihekapitals zur Beschlussfähigkeit der Anleihegläubigerversammlung ausreichen.


Nachdem die Anleihegläubiger über das Sanierungskonzept abgestimmt haben, bedarf es darüber hinaus der Zustimmung der Aktionäre, die im Rahmen der Restrukturierung zu Gunsten der Anleihegläubiger tiefgreifende Einschnitte hinnehmen müssen.



Wie sieht die Restrukturierung im Detail aus?
Die Neuordnung des Unternehmens sieht vor, dass 50 Prozent des Anleihekapitals (nominal 50 Millionen Euro) im Wege eines so genannten Debt-to-Equity-Swaps in Eigenkapital umgewandelt werden. Für 50 Prozent von je nominal 1.000,00 Euro Anleihekapital sollen die Anleihegläubiger 452 neue Aktien am Unternehmen erhalten. Die übrigen 50 Prozent von je nominal 1.000,00 Euro sollen in eine neue Anleihe mit 5-jähriger Laufzeit überführt werden, die im ersten Jahr mit 4 Prozent verzinst werden würde. In den Folgejahren sollen die Zinsen jeweils um 2 Prozentpunkte steigen. Im letzten Jahr läge der Zinssatz somit bei 12 Prozent. Gezahlt werden sollen die Zinsen halbjährlich. Zudem ist die neue Anleihe zusätzlich besichert.



Der Restrukturierungsplan sieht außerdem eine Barkapitalerhöhung von 4 Millionen Euro vor, für die den heutigen Aktionären ein Bezugsrecht eingeräumt werden soll. Darüber hinaus erhalten die Aktionäre keine Dividende, bis die Anleihe vollständig zurückbezahlt wurde.



Wie sollen Anleger reagieren?
Die strukturelle Sanierungsidee ist komplex, aber durchaus vielversprechend, meint Klaus Nieding, Vorstand der Rechtsanwaltsaktiengesellschaft Nieding + Barth: „Der Restrukturierungsplan, insbesondere der darin enthaltene Debt-to-Equity-Swap, und die Neuordnung der Verbindlichkeiten lässt die Anleihegläubiger zum einen als künftige Aktionäre an der geschäftlichen Entwicklung des Unternehmens partizipieren, gleichzeitig wird durch die Herabsenkung der Zinshöhe für die neue Anleihe die Liquiditätssituation des Unternehmens verbessert. Zudem erhalten die Anleihegläubiger für die neue Anleihe zusätzliche Sicherheiten. Insoweit gehen wir davon aus, dass die konstruktive Neuordnung der Anleihe auch im Interesse der Anleihegläubiger ist.“



Die jetzt ausgehandelte Lösung gleicht Restrukturierungen, die die Rechtsanwalts-AG Nieding + Barth bereits in der Vergangenheit begleitet hat. „Ganz ohne Einbußen ist es nicht möglich, das Kapital der Anleihegläubiger zu erhalten. Aber ich halte die gefundene Lösungsmöglichkeit für deutlich positiver, als alle anderen Alternativen, die wir gemeinsam mit der Gesellschaft und den Beratern durchgespielt haben. Ich empfehle daher, für die Annahme dieser Restrukturierung zu stimmen“, sagt Nieding

Wie kann ich meine Interessen vertreten lassen?

Die Rechtsanwaltsaktiengesellschaft Nieding + Barth bietet Anleihegläubiger bei der bevorstehenden Versammlung am 9. April eine Vertretung an. Dafür werden ein aktueller Sperrvermerk und eine Vollmacht benötigt. Beide Vordrucke werden auf dieser Seite bereitgestellt.

PRESSE

Presseinformation - 31.03.2014
3W Power entscheidet über Neubeginn. Klaus Nieding: „Jetzt kommt es auf die Zustimmung der Anleihegläubiger an!“
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