1. Was ist passiert?
 

 

Die 3W Power S.A. ist die Holdinggesellschaft der AEG Power Solutions B.V.,  laut eigenen Angaben einer weltweit führenden Herstellern leistungselektronischer Systeme sowie einer der führenden Entwickler von Lösungen für die industrielle Stromversorgung und erneuerbare Energieanwendungen. Die 3W Power S.A. hat im Dezember 2010 eine Inhaberschuldverschreibung (Coupon 9,25 Prozent) im Gesamtvolumen von rund 100 Mio. EUR emittiert. Im November 2013 meldete das Unternehmen einen massiven Liquiditätsengpass. Für Ende November/Anfang Dezember lud das Unternehmen zu einer Anleihegläubigerversammlung ein, auf welcher die Anleihegläubiger einen Gemeinsamen Vertreter wählen sollten, welcher die Interessen der Anleihegläubiger im Restrukturierungsprozess vertreten sollte. Nachdem in der 1. Anleihegläubigerversammlung das erforderliche Quorum nicht erreicht wurde, kündigte das Unternehmen eine 2. Anleihegläubigerversammlung für Mitte Dezember an, welche jedoch kurzfristig abgesagt wurde. Mittlerweile hat das Unternehmen ein Restrukturierungskonzept erarbeitet und erneut eine Anleihegläubigerversammlung für den 09. April 2014 einberufen, auf welcher die Anleihegläubiger über das Restrukturierungs- und Sanierungskonzept beschließen sollen. Nachdem die Anleihegläubiger auf der Gläubigerversammlung am 9. April 2014 über das Sanierungskonzept abgestimmt haben, bedarf es darüber hinaus noch der Zustimmung der Aktionäre, die im Rahmen der Restrukturierung zu Gunsten der Anleihegläubiger tiefgreifende Einschnitte hinnehmen müssen.

 

2. Welche Papiere des Unternehmens sind von der Insolvenz betroffen?

Betroffen ist eine Schuldverschreibung:

WKN / Fälligkeit / Emissionsvolumen

A1A29T / 01.12.2015 / EUR 100 Mio.

3. Wie geht’s weiter?

Mit einem weitreichenden Restrukturierungskonzept will die 3W Power S.A. ihre finanziell angespannte Situation in den Griff bekommen. Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Anleihegläubigern zu. Sie sollen auf einer Gläubigerversammlung am 9. April 2014 den Plänen zustimmen, die auch für sie weitreichende Veränderungen mit sich bringen. Anlegeranwalt Klaus Nieding, Vorstand der Rechtsanwaltsaktiengesellschaft Nieding + Barth, der im Fall 3W Power vom Unternehmen als Ansprechpartner für die Anleihegläubiger vorgesehen ist und in die Verhandlungen mit dem Unternehmen eingebunden war, steht den Plänen des Managements grundsätzlich positiv gegenüber: „Mit der Annahme des Restrukturierungsplanes sichern die Anleihegläubiger nicht nur den Fortbestand des Unternehmens, sondern verbessern gleichzeitig die Chance, ihre Investition zurückzuerhalten. Die geplante Laufzeitverlängerung der Anleihe und die Änderung der Höhe der jährlichen Zinsen sind durchaus geeignet, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auch in Zukunft zu sichern.“

Im Detail sieht die Neuordnung vor, dass 50 Prozent des Anleihekapitals (nominal 50 Millionen Euro) im Wege eines so genannten Debt-to-Equity-Swaps in Eigenkapital umgewandelt werden. Die übrigen 50 Prozent werden in eine neue Anleihe mit 5-jähriger Laufzeit überführt, die im ersten Jahr mit 4 Prozent verzinst würde. In den Folgejahren sollen die Zinsen jeweils um 2 Prozentpunkte steigen. Im letzten Jahr läge der Zinssatz somit bei 12 Prozent. Gezahlt werden sollen die Zinsen halbjährlich.

Besichert sind die Zahlungsverpflichtungen aus der Anleihe (Kapital und Zinsen) mit Sicherungspfandrechten an Tochtergesellschaften und sämtlichen Kontokorrentkonten der Emittentin sowie Sicherungsabtretungen von sämtlichen Darlehensforderungen der (direkten oder indirekten) Muttergesellschaften gegen die verpfändeten Tochtergesellschaften.

Der Restrukturierungsplan sieht außerdem eine Barkapitalerhöhung über 4 Millionen Euro vor, für die den heutigen Aktionären ein Bezugsrecht eingeräumt werden soll. Darüber hinaus erhalten die Aktionäre keine Dividende, bis die Anleihe vollständig zurückbezahlt wurde.

Diese strukturelle Sanierungsidee ist komplex, aber durchaus vielversprechend, meint Anleiheexperte Nieding: „Der Restrukturierungsplan, insbesondere der darin enthaltene Debt-to-Equity-Swap, und die Neuordnung der Verbindlichkeiten lässt die Anleihegläubiger zum einen als künftige Aktionäre an der geschäftlichen Entwicklung des Unternehmens partizipieren, gleichzeitig wird durch die Herabsenkung der Zinshöhe für die neue Anleihe die Liquiditätssituation des Unternehmens verbessert. Zudem erhalten die Anleihegläubiger für die neue Anleihe zusätzliche Sicherheiten. Insoweit gehen wir davon aus, dass die konstruktive Neuordnung der Anleihe auch im Interesse der Anleihegläubiger ist.“

Diese strukturelle Sanierungsidee ist komplex, aber durchaus vielversprechend, meint Anleiheexperte Nieding: „Der Restrukturierungsplan, insbesondere der darin enthaltene Debt-to-Equity-Swap, und die Neuordnung der Verbindlichkeiten lässt die zum einen als künftige Aktionäre an der geschäftlichen Entwicklung des Unternehmens partizipieren, gleichzeitig wird durch die Herabsenkung der Zinshöhe für die neue Anleihe die Liquiditätssituation des Unternehmens verbessert. Zudem erhalten die Anleihegläubiger für die neue Anleihe zusätzliche Sicherheiten. Insoweit gehen wir davon aus, dass die konstruktive Neuordnung der Anleihe auch im Interesse der Anleihegläubiger ist.“

 

4. Welche Möglichkeiten haben Anleger jetzt?


 

Wir raten zunächst dringend dazu, an der Anleihegläubigerversammlung teilzunehmen und das Stimmrecht auszuüben beziehungsweise sich dort vertreten zu lassen. Eine Vertretung auf der Anleihegläubigerversammlung kann durch uns erfolgen, ohne dass Ihnen hierdurch Kosten entstehen. Entsprechende Formulare finden Sie hierNur so ist gewährleistet, dass der Restrukturierungsplan auch zügig umgesetzt werden kann. Auf der Anleihegläubigerversammlung gilt es zunächst, das erforderliche Quorum zu erreichen, damit die Anleihegläubigerversammlung beschlussfähig ist.


5. Wer ist die Nieding + Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft?


Die Anwälte von Deutschlands erster reiner Rechtsanwaltsaktiengesellschaft
Nieding + Barth engagieren sich seit 1994 für die Rechte von privaten Kapitalanlegern und institutionellen Investoren. Unabhängig von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben sich für das Engagement der Kanzlei viele Facetten: Jedes Jahr erleiden Investoren hohe Verluste, weil Anlageberater, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister nicht entsprechend sorgfältig mit dem ihnen anvertrauten Geld umgegangen sind oder aber weil Betrüger am Werk waren. Immer öfter gilt es zudem, den Interessen der Gläubiger von insolventen Unternehmen zu ihrem Recht zu verhelfen. Ein beeindruckender track record spricht für unser jahrelanges Engagement. So haben wir bis heute nationale und internationale Investoren mit einer Gesamtschadenssumme von über 10 Milliarden EUR gerichtlich und außergerichtlich bei der Geltendmachung Ihrer Ansprüche anwaltlich vertreten. Im Bereich der höchstrichterlichen Rechtsprechung haben wir bisher über 50 Entscheidungen des BGH herbeigeführt. Darüber hinaus haben unsere Anwälte an den wesentlichen Kapitalmarktgesetzgebungsverfahren der letzten zehn Jahre durch Stellungnahmen zu den jeweiligen Gesetzesentwürfen mitgewirkt.
Bundesweit bekannt ist auch die Kompetenz unserer Kanzlei im Insolvenzrecht. Im Rahmen der Insolvenzverfahren namhafter Aktiengesellschaften ist Rechtsanwalt Klaus Nieding unter anderem vom Amtsgericht Frankfurt am Main (im Insolvenzverfahren der Gontard & Metallbank AG), vom Amtsgericht Wuppertal (im Insolvenzverfahren der Gold-Zack AG) und vom Amtsgericht Fürth (im Insolvenzverfahren der Solar Millennium AG) zum "Gemeinsamen Vertreter" der Anleihen-Besitzer von Inhaberschuld- bzw. von Wandelschuldverschreibungen der insolventen Gesellschaften bestellt worden. Der Jurist vertritt die Ansprüche der Gläubiger in einer Gesamthöhe von 15 Millionen, 56 Millionen Euro bzw. 200 Millionen Euro sowohl im Insolvenzverfahren, als auch im jeweiligen Gläubigerausschuss der Gesellschaften. Der Gläubigerausschuss als ein wichtiges Gremium arbeitet mit dem Insolvenzverwalter zusammen und entscheidet unter anderem auch über die Verteilung des noch vorhandenen Geldes.

 

PRESSE

Presseinformation - 31.03.2014
3W Power entscheidet über Neubeginn. Klaus Nieding: „Jetzt kommt es auf die Zustimmung der Anleihegläubiger an!“
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Presseinformation - 20.03.2014
3W Power mit erfolgversprechendem Restrukturierungsplan – Jetzt sollen die Anleihegläubiger zustimmen
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Presseinformation - 18.12.2013
AEG Power sagt Gläubigerversammlung ab
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Presseinformation - 05.11.2013
3W Power S.A. will sich mit Gläubigern einigen
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